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2018-0139

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1994 – 2001
der anfang – falk von traubenberg

zu beginn steht der wechsel vom technisch- mathematischen hin zum kreativ- gestalterischen, oder einfacher gesagt, vom wie zum warum. es war mein wechsel vom bauingenieurstudium hin zum architekturstudium, das ich 1994 begann. auch war es die zeit meiner ersten eigenen kamera, einer nikon f4s, die ich mit kleinbild-diafilmen fütterte. für mich war dies die stunde null auf dem weg zu meiner künstlerischen arbeit, die ich zu dieser zeit weit von mir gewiesen hätte. ich hatte nichts, gar nichts künstlerisches an mir. weder konnte ich gut malen und zeichnen noch fotografieren. meine möglichkeiten waren verborgen, und ich folgte einem intuitiven impuls und meiner liebe. das fundament in sachen gestalten und konzipieren schaffte ich mir im rahmen meines architekturstudiums. mein gestaltungs- und ausdrucks- willen hatte in mir geschlummert und wurde nun erweckt.

im laufe des studiums ging es mir immer mehr um den ansatz, die idee, sprich um den entwurf. somit wurde die entwurfsarbeit, das konzept und die struktur immer prägender für mich. der freiraum, den ich zu jener zeit wider erwarten an der fh konstanz erleben durfte, liess eben diese von mir gewünschte auseinandersetzung mit den professoren meines vertrauens zu. die fotografie, zuerst quasi rein dokumentarisch auf exkursionen von mir eingesetzt, wurde nach und nach immer mehr auch gestalterisch und experimentell von mir genutzt. mein blick begann, sich zu entwickeln.

wegweisend waren die präsentationen der exkursionen nach new york und moskau im auditorium der fh, die ich in einer dia-ton-schau zusammengestellt hatte. in diesen ging es mir nicht um das dokumentieren der reisen, sondern um das gefühl, die energie, die der jeweilige ort ausstrahlte. meine fotografie wurde experimenteller.

dazu kam auch die schulung meines blickes in sachen architektur und die verknüpfung mit der fotografie. schon aus dem studium heraus hatte ich erste veröffentlichungen und kleine architekturfotografie-aufträge – zu der zeit alles mit meiner kleinbildkamera.

zwei wesentliche entwürfe im studium basierten auf dem quadrat und seinen gestaltungs- möglichkeiten. das eine war ein entwurf im 4. semester; es galt, ein museum für camille claudel zu entwerfen. das andere war meine diplomarbeit im sommersemester 2000, in der ich ein werkstattgebäude zur verarbeitung von kriegserfahrungen in sarajevo entwarf. ein in acht teile gebrochener würfel und ein sich darunter befindlicher quadratischer raum symbolisierten bruch und die möglichkeit der heilung.

nach dem studium arbeitete ich acht monate als architekt in der schweiz. eine zeit, die mir zum einen zeigte, dass ich mit dem eigentlichen bauen nicht meine berufung gefunden hatte und ich schlecht in festen strukturen arbeiten konnte. zum anderen bekam ich darüber den kontakt zum kantonalen hochbauamt im thurgau, für das ich später als architekturfotograf an einem buchprojekt mitarbeiten sollte.

am ende dieser periode im jahr 2001 stand die fotografische entdeckung meines eigenen körpers stellvertretend für das menschsein in meinen fotoarbeiten. in den fotoarbeiten meiner frankfurter zeit liegt der samen meiner langjährigen auseinandersetzung: abstraktion, experiment und der eigene körper. ich begab mich naiv und unerfahren in die selbstständigkeit als fotograf und angehender künstler.

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1994 – 2001
the beginning – falk von traubenberg

translation: kristina von bülow

in the beginning was the change from the technical and mathematical to the creative and designing, or, simply put, from the how to the why. it was my change from the studies of civil engineering those of architecture that i started in 1994. it was also the time of my first own camera, a nikon f4s, which i fed with 35mm slide films. and it was zero hour of the journey of my artistic work, something i would not even have dreamed of at the time. there was nothing, absolutely nothing artistic about me. i could neither paint and draw nor take photographs. my capabilities were hidden, and i followed an intuitive impulse and my love. i unlocked the basics of designing and conceptualizing in my architecture studies. my creative and expressive will had slumbered in me and was now awoken.

in the course of the studies, it was for me ever more about the approach, the idea, in other words, about the draft. that is how the draft piece, the concept and the structure became increasingly formative for me. the liberties that i experienced against expectation at the technical college of constance allowed for just that kind of interaction with my trusted professors. bit by bit, more and more, i made use of photography for creative and experimental purposes, having previously used it solely for documenting excursions. my view began to develop.

the presentations of the excursions to new york and moscow, which i had compiled in a slide and sound show and presented at the auditorium of the technical college, were pathbreaking for me. these shows were not about documenting the travels, but rather about the emotion, the energy, which the particular place emitted. my photography turned more experimental.

added to that were the training of my view in terms of architecture and the connection with photography. as early as the study years, i had first publications and small commissions for architectural photography – at that time, done exclusively with my 35mm camera.

two essential drafts from the studies were based on the square and its creative possibilities. one was a 4th semester draft for a museum for camille claudel. the other was my diploma thesis in the summer semester of 2000, for which i designed a workshop building for processing war experiences in sarajevo. a cube, broken into eight pieces, and a square space located beneath it symbolize rupture and the possibility of healing.

after the studies, i worked as an architect for eight months in switzerland. it was a time that not only showed me that actual construction is not my mission and that i do not work well in fixed structures. but i also established the contact with the cantonal construction department in thurgau, for which i later contributed architectural photography to a book project.

at the end of this period in 2001 was the photographic discovery of my own body that, in my photo works, represents humanness. in the photo works of my Frankfurt time lies the seed of my long-time examination of abstraction, experiment and the own body. i set out naively and inexperiencedly into self-employment as a photographer and aspiring artist.