
dieses projekt beginnt mit einer einfachen einladung:
darf ich sie zu einer fotografischen begegnung einladen?
mit einem quadratischen spiegel bewege ich mich durch öffentliche räume und lade menschen ein, für einen kurzen moment teil des projekts zu werden. den spiegel hält die portraitierte person selbst. wie sie ihn hält, wohin sie blickt oder was sie darin sucht, entwickelt sich aus der situation.
es gibt keine festgelegte haltung. erste möglichkeiten gebe ich als impuls – von dort aus entscheidet die portraitierte person selbst, wie sie mit dem spiegel umgeht. das portrait entsteht nicht allein durch meinen blick. sie wirkt an ihrem eigenen bild mit.
der spiegel schafft eine situation, in der eigenwahrnehmung und der blick auf einen anderen menschen zusammenfallen können.
im blick des anderen sehen wir etwas von uns selbst.
darin liegt die idee dieses portraitexperiments. nicht jede fotografische situation wird zu einer begegnung, nicht jeder blick führt zu resonanz. beides lässt sich weder herstellen noch einfordern. die fotografien bewahren die spur eines gemeinsamen moments.
die versuchsanordnung bleibt bewusst reduziert: alle portraits entstehen mit demselben quadratischen spiegel, derselben brennweite und in schwarzweiss. menschen, haltungen und situationen wechseln – der gesetzte rahmen bleibt, das ergebnis ist offen.
die erste öffentliche realisierung von blickwechsel findet auf dem gesundheitswirtschaftskongress in hamburg statt – als auftakt einer fortlaufenden fotografischen serie.