systeme lernen.
algorithmen berechnen wirklichkeit.
zukunft wird kalkulierbar.

doch menschsein entsteht nicht durch berechnung,
sondern durch resonanz.

zwischen körper und welt,
zwischen wahrnehmung und begegnung,
zwischen ich und anderen.

wirklichkeit verschiebt sich.
unsere erfahrung von welt gerät aus dem gleichgewicht.

kunst wird resonanzraum,
in dem menschsein spürbar wird.

die frage ist nicht,
was technologie kann.

die frage ist,
wer wir werden.

room for care ist eine performative videoarbeit über den menschlichen körper in einer zunehmend von technologischen systemen geprägten wirklichkeit.

im zentrum steht ein kubus aus stahl – zwei mal zwei mal zwei meter, ein raum im raum. seine geometrische ordnung umschreibt einen körper, ohne ihn einzuschliessen. innerhalb dieser struktur wird stehen, gehen, warten, sitzen oder liegen zu einer untersuchung des verhältnisses zwischen körper, raum und system.

die leuchtorange arbeitshose begleitet meine künstlerische arbeit seit vielen jahren. nach acht jahren kehrt sie 2026 als element performativer arbeiten zurück. als arbeits- und schutzkleidung steht sie zugleich für sichtbarkeit: der körper soll nicht übersehen werden.

die videoarbeit entsteht im künstlerhaus maetzel. der kubus steht dort als rational gesetzte struktur in einem von zeit, gebrauch und veränderung gezeichneten raum. haus, kubus und körper bilden drei ineinanderliegende räume.

beim ki big bang festival verlässt der körper das bild. dieselbe orange hose wird teil meines auftretens vor ort. die grenze zwischen videoarbeit und performance wird durchlässig.

room for care fragt nach einem raum für das, was sich nicht berechnen lässt: körperlichkeit, wahrnehmung, begegnung und resonanz.